Buchempfehlung: Witwenwinter
- hubersilvana
- 28. Juli 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 15. Aug. 2025
Einzigartige Tierphantastik von Kerstin Fuchs.

»Du teilst dieses Schicksal mit tausend anderen Weibchen.«
Als die junge Hornisse Dorle aus der Winterruhe erwacht, sind alle männlichen Hornissen ihres Standes erfroren. Es herrscht ein extremes Ungleichgewicht. Gemeinsam mit dem Hornissendrohn Bernhard Maiblatt saniert Dorle die durch Eis und Schnee zerstörte Stadt und erlebt, wie einsame Witwen sich reihenweise in den Bauunternehmer verlieben.Dorle sieht nicht ein, sich mit ihrem Schicksal abzufinden und hofft weiter, einem Drohn zu begegnen, der sie liebt.
Eine Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen einem Grossbürgerlichen und einem Mädchen aus der Arbeiterklasse.
Liebevolle und einzigartige Phantastik
Zu Beginn des Buches wacht Dorle aus der Winterruhe auf – die Glieder sind starr und steif, sie ist schwach und durcheinander. Als Leser, der gerade in diese fremde Hornissenwelt geworfen wurde, fand ich diesen Einstieg genial, ich erwachte gemeinsam mit Dorle, fühlte ebenso die Verwirrung, die Unsicherheit – was passiert jetzt, wie soll es weitergehen?
Weiterhin durch Dorles Augen lernen wir die Stadt Hornissehja kennen – zerstört durch den Winter, muss diese nun neu aufgebaut werden. Die Umgebung wird durch Dorles Eindrücke und Erlebnisse geschildert, es gibt keine erschlagenden Erklärungen, keinen Infodump. Ich konnte mir durch den klaren Schreibstil alles bildlich vorstellen, ohne von ellenlangen Umgebungsbeschreibungen überschwemmt zu werden.
Die Hornissen sind stark vermenschlicht, und doch wird deutlich dargestellt, dass es sich eben um Hornissen handelt – sie fliegen natürlich herum und tasten auch mal mit ihren Fühlern. Auch die Situation nach dem Winter – mit etwas Fantasie kann man sich sehr gut vorstellen, dass so die Probleme der Hornissen aussehen könnten.
Sehr gefallen hat mir die Freundschaft zwischen Dorle und ihrem Chef Bernhard Maiblatt. Ihre Beziehung zueinander war einfach schön und rührend. Obschon Dorle für ihren Chef schwärmt, ergibt sich daraus nicht die typische Romanze, die man vielleicht erwartet.
Fazit
Ich liebe ja Tiergeschichten für Erwachsene. Und eine Geschichte über Hornissen – wie einfallsreich und originell ist das denn bitteschön? Grosse Leseempfehlung!
5 von 5 freundliche Hornissen von nebenan.





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